Schülertexte

Es war einmal

„Kinder brauchen Märchen“, diesen Satz haben schon bedeutende Psychologen geprägt – und die allgemeine Begeisterung der Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen von der Grundschule Bad Holzhausen an diesem Thema bestätigt ihn wohl auf ganzer Linie!
Neben Hörspielen, Lesetexten und Rollenspielen wurden die Kinder auch selbst zu Märchenautoren und verfassten eigene wundervolle Märchen.

Sofie hat das Märchen „Das Zauberschwert“ geschrieben. Du kannst es hier lesen:

Das Zauberschwert (Märchen von Sofie Lichtleitner)
Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin, die auf einem Schloss wohnte. Die Prinzessin war reich und hatte von fast allem genug. Der König liebte seine einzige Tochter sehr, aber ihren größten Wunsch, Schwertkämpferin zu werden, konnte er ihr nicht erfüllen. „ Du bist eine Prinzessin, keine Schwertkämpferin!“, sagte er immer. Er hatte Sorgen um seine Tochter. Doch der Drang der Prinzessin, Schwertkämpferin zu werden, war groß. Eines Tages stahl sie ein Schwert und lief in den Wald. Sie lief tief in den Wald hinein und übte das Kämpfen. Sie begab sich von nun an jeden Tag in den Wald, um das Schwertkämpfen zu üben. Was sie nicht wusste war, dass sie jeden Tag von dem bösen, schwarzen Magier, der in den Wäldern wohnte, beobachtet wurde. Eines Tages, als die Prinzessin wieder das Schwertkämpfen übte, schlich sich der böse Magier von hinten an und stülpte ihr einen Sack über den Kopf. Der Zauberer packte die Prinzessin am Handgelenk, fing an zu rennen bis er irgendwann anfing zu fliegen. Er steuerte mit der rechten Hand, während die linke Hand die Prinzessin immer noch am Handgelenk festhielt. Nachdem sie eine Viertelstunde so geflogen waren, erreichten sie eine Burg. Der Magier nahm der Prinzessin den Sack vom Kopf und führte sie in die Burg. „Pass aber auf die Fallen auf, sonst haut dich vielleicht eine Axt um!“, warnte er. Der Magier führte die Prinzessin in den Kerker und sperrte sie in eine der Zellen ein. Die Prinzessin fing an zu schreien: „Hilfe, Hilfe!“ Doch der Zauberer lachte nur: „Hier hört dich niemand!“ Er ging davon und die Prinzessin fing an zu weinen. Als sie keine Tränen mehr hatte, legte sie sich hin, um sich auszuruhen. Nach drei Tagen ohne den blassesten Schimmer wie sie aus diesem Verlies herauskommen sollte, fasste die Prinzessin einen Entschluss: Sie wollte das ganze Verlies nach einem Ausgang absuchen! Sie suchte unter dem Holzbett, unter dem Stuhl und unter dem kleinen Tisch. Ohne Erfolg! Das Mädchen lehnte sich erschöpft an die kalte Wand. Plötzlich merkte sie, dass die Wand anfing zu zittern. Erstaunt drehte sie sich um. Ein Stein aus der Wand hatte sich nach vorne geschoben und der Stein war ausgehöhlt. Die Prinzessin fasste in den Stein und hielt ein glänzendes, großes Schwert hoch! Sie ging zur Tür, um ihr Glück zu versuchen. Sie hielt das Schwert vor das Schlüsselloch und die Tür sprang auf. „Ein Zauberschwert!“, sagte die Prinzessin ehrfürchtig. Sie ging aus dem Kerker die Treppe hoch, wo sie den Magier vermutete. Sie hatte Glück: Der Magier stand vor einem Bild. Er drehte sich erstaunt um: „ Was zum …!“, stieß er entsetzt hervor, als die Prinzessin sich auf ihn stürzte. Er konnte gerade noch ausweichen. Er schnippte mit den Fingern und das Schwert der Prinzessin flog ihm in die Hand. „ Ha!“, rief der Magier. Doch das Schwert zuckte in seiner Hand und flog dann wieder in die Hand der Prinzessin. „Ha!“, sagte die Prinzessin. Der Magier war sehr erstaunt darüber. Er schnippte wieder mit den Fingern und nun hatte auch er ein Schwert. Die Prinzessin nahm all ihre Kraft, sprang auf den Zauberer zu und die Kraft ihres Schwertes zerschlug das Schwert des Magiers und trennte ihm dann den Kopf ab. Der Zauberer war tot. Plötzlich leuchtete das Zauberschwert hell und die Prinzessin fing an zu schweben. Sie streckte die Hand aus, wie es der Magier gemacht hatte, flog aus der Burg heraus, flog über den Wald bis zum Schloss zurück. Die Wiedersehensfreude war groß und der König erlaubte seiner Tochter endlich, Schwertkämpferin zu werden. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.